Bundesratsbunker K3 Geristein

Der Bundesratsbunker K3 Harnischhut bei Geristein

Ein rostiges Gitter verhindert den Zutritt zum ehemaligen Sandsteinbruch Harnischhut bei Geristein. Wer kann sich schon vorstellen, dass sich hinter den hohen Sandsteinfelsen eine mächtige Kaverne befindet?

Das riesige Felsloch entstand ab 1872 durch den Abbau von Sandstein. Bis 1912 wurde eine über 100 Meter tiefe und bis zu 20 Meter hohe Kaverne ausgebrochen. Von den 50.000 bis 60.000 m3 abgebautem Sandstein wurden viele Blöcke unter anderem zum Bau des Bundeshauses, der Kaserne und des Kasino in Bern verwendet.

Auf der Suche nach einem sicheren Kriegskommandoposten unweit der Stadt Bern, stiess General Guisan im Mai 1940 auf den ehemaligen Steinbruch Harnischhut bei Geristein. Weil die Kaverne seinerzeit als bombensicher galt, sollte sie zu einem Bunker umfunktioniert werden.

In Angriff genommen wurde der innert drei bis vier Monaten zu realisierende Bau eines vierstöckigen Hauptquartiers mit zahlreichen Büros für das Armeekommando, einer Unterkunft für General Guisan, die Stabsmitglieder, die Verwaltungsbeamten und für die Soldaten der Bewachungs- und Festungstruppen. Daneben waren Uebermittlungsräume projektiert, mehrere Küchen, Ess- und Gesellschaftsräume, Konferenz- und Lesezimmer sowie eine grössere Krankenabteilung.

Die Anlage hat einen Rauminhalt von rund 50.000 m3, die Ausbaukosten wurden im Juni 1940 mit knapp zwei Millionen Franken budgetiert.
Das Projekt scheiterte, als die Schweiz bald darauf von den Krieg führenden Mächten eingekreist war und sich somit die Kriegslage änderte. Die Armeeleitung entschied sich für ein Réduit im Alpenraum und liess Harnischhut fallen. Die nicht fertig gebaute Anlage diente bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Lager für Munition und Sprengmaterial.

1948 meldete der Bundesrat sein Interesse an, um im Kriegsfall in einem Bundesratsbunker in der Nähe von Bern Unterschlupf zu finden.
Der nördliche Teil wurde durch eine mächtige Betonmauer abgetrennt und man begann mit dem Bau von sanitären Einrichtungen, Strom- und Telefonleitungen sowie den Holzbaracken. Darin sollten 40 bis 50 Büros mit je 15 m2 entstehen.

Als sich im südlichen Teil wiederholt grosse Deckenteile lösten und das Gestein Fahrzeuge unter sich begrub, scheiterte auch das zweite Bunkerprojekt Harnischhut. Noch heute sollen unter den grossen Gesteinsmassen Militärfahrzeuge begraben liegen.

Die Holzbaracken wurden 1960 vom EMD (Eidgenössisches Militärdepartement) geräumt, heute zeugen noch viele Betonsockel und Treppentritte auf die Anordnungen der Baracken hin.

Als 1988 die Geheimhaltung der Anlage aufgehoben wurde, erwarb ein Privater aus Biel die Kavernen beim Kauf eines nahe gelegenen Bauernhauses. Das Haus ist unterdessen wieder verkauft, den Bunker hat er behalten. Allerdings sucht der Unternehmer noch immer nach einer langfristigen Nutzungsmöglichkeit.

Quellen:
Berner Zeitung / Der Bund vom 11.08.2003
Bieler Tagblatt vom 07.02.2004

Marco Tribastone,  15.12.2004

Auf diesen historischen Abbildungen kann man sehr gut das Abbauprinzip erkennen, das zu Hohlräumen wie hier beim Bundesratsbunker oder der UTA Stockeren führt.

Marco Tribastone,  21.12.2004

Im Juni 2004 fand in den Kavernen eine Designausstellung statt. »STILBRUCH? - DESIGN IM BUNDESRATSBUNKER, 10. BIS 12. JUNI 2004«
Informationen und Dokufotos unter
www.bundesratsbunker.ch.

Marco Tribastone,  15.12.2004

Wo finde ich den bundesratbunker bei Geristein? Hat iemand eine genaue Karthe? Wen sie zeit haben schicke sie mir email an ardese.Herzliche Grüsse Matthias Barnsteiner.

Barnsteiner.Matthias,  18.08.2008