Braunkohlekraftwerk Offleben

09.08.2002 | Tagebau Helmstedt und Kraftwerk Offleben stillgelegt
Die beiden Betriebe aus dem Helmstedter Revier deckten über Jahrzehnte den Energiebedarf von mehr als einer Million Menschen. Grund für die Stilllegungen ist, dass die Kohleflöze des 1973 aufgeschlossenen Tagebaus Helmstedt abgebaut sind. Als Folge muss auch das Kraftwerk Offleben vom Netz genommen werden. Beide Anlagen sind eng mit der Geschichte der Deutschen Teilung verbunden. Mit der Grenzschließung durch die DDR am 26. Mai 1952 verlor das Helmstedter Unternehmen unter anderem den Tagebau Wulfersdorf und das Kraftwerk Harbke im heutigen Sachsen-Anhalt. Bereits 1954 nahm die BKB das Kraftwerk Offleben in Betrieb, das mit zahlreichen Ausbaustufen ein Spiegel der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands wurde. Die letzte Ausbaustufe bildete im Jahr 1972 der Block C mit einer Kapazität von 325 Megawatt. In den vergangenen 48 Jahren erzeugte die BKB am Standort Offleben 126 Millionen Megawattstunden elektrische Energie. Der Tagebau Helmstedt schrieb deutsche Geschichte, als sich Bundesrepublik und DDR im Jahr 1975 darauf einigten, den unter der innerdeutschen Grenze lagernden Kohlevorrat von 15 Millionen Tonnen gemeinsam abzubauen. In der Folge standen die Schaufelradbagger der BKB und der DDR jeweils auf fremdem Staatsgebiet. Beim „Bergbau durch den Zaun“ wurde der Verlauf der innerdeutschen Grenze über Jahre dem Abbaufortschritt an-gepasst. Die BKB förderte aus dem Tagebau Helmstedt knapp 37 Millionen Tonnen Braunkohle und 129 Millionen Kubikmeter Abraum.
Heute sind große Teile des Kraftwerkes rückgebaut und Gebäudeteile von 2 neuen Betrieben weitergenutzt.

Quelle: Pressemeldung des ehemaligen Kraftwerkbetreibers BKB

Frank Michna,  09.01.2006

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