Malzfabrik Dresden-Prohlis

Südöstlich des Zentrums Dresdens steht die Malzfabrik Niedersedlitz. Die Anlage ist eine von acht Produktionsstätten der VEB Vereinigte Mälzereien Dresden in und um Dresden.

Erbaut wurde die Mälzerei für die Gebrüder Pick, später wurde der Name in „Malzfabrik Niedersedlitz AG“ umgewandelt. In DDR-Zeiten gehörte die Anlage zum Getränkekombinat Dresden.

In den letzten Betriebsjahren wurde ein Gebäudeteil durch die VEB Deutsche Saatgutgesellschaft genutzt.
Am 30. September 1990 beschloss die Treuhandanstalt Berlin, die Mälzerei zu Liquidieren.

Die Fabrikanlage auf dem 10063 m2 grossen Gelände besteht hauptsächlich aus drei Gebäudeteilen.

  • Gebäudeteil 1 1889
    Darre Nr. 1 + 2 / Tennen und Malzlager / Verwaltung / Werkstatt erbaut im Jahr 1889 durch Hänner + Hering Architekt und Ingenieur, Leipzig. Decken und Stützen in Eisenbeton, Fassaden aus Backsteinmauerwerk verputzt

  • Gebäudeteil 2 1897
    Darre Nr. 3, 4 + 5 / Saatgutreinigung und Lager erbaut im Jahr 1897 durch Hänner + Hering Architekt und Ingenieur, Leipzig. Decken in Eisenbeton, Gusseisenstützen, Fassaden aus Backsteinmauerwerk verputzt

  • Gebäudeteil 3 1915
    Darre Nr. 6 + 7 / 3 Geschosse Tennen / 4 obere Geschosse Gerstenlager / Silonzellen / Grundwasserbrunnen. Erbaut im Jahr 1915 durch Topf + Söhne, Erfurt und Ing. Rudolf Wiedemann. Decken, Stützen, Darrenkupeln und Silonzellen in Eisenbeton, Fassaden aus Backsteinmauerwerk verputzt

    Später folgten diverse Erweiterungen:
    - Portierhaus 1947
    - Garagen 1924/43
    - Schutzräume 1934/40

    Heute (Sommer 2001) steht die gesamte Anlage ungenutzt und ist immer mehr dem Zerfall und Vandalismus ausgesetzt.

  • Marco Tribastone,  10.11.2001

    Zerfall von Fassadenmauerwerk, wie es auf dem Foto Nr. 01485 ersichtlich ist, gibt es haufenweise an den alten Mälzereigebäuden. Viele Schäden sind auf den jahrelangen Leerstand zurückzuführen, ein grosser Teil aber auf den schlechten Unterhalt durch den früheren Betreiber. Das zeigen folgende Bilder und Angaben aus den Gebäudegutachten, die in DDR-Zeiten alle zwei bis vier Jahre von der Staatlichen Bauaufsicht verlangt wurden.

    In einem Gutachten aus dem Jahre 1976 wurde über den Zustand am Gebäudeteil 3, Ecke Treppenhaus gegen Hof/Strasse folgendes bemängelt:
    "Neben den normalen Alterungsschäden sind grosse Putz- und Mauerwerkschäden als Folge schadhafter Regenfallrohre aufgetreten. Besonders Kritisch sind die Schäden am hofseitigen Treppenhaus. Der Aussenputz ist grossflächig zerstört, Fugenmörtel und Ziegelsubstanz bereits stark angegriffen. Der moosige Bewuchs zeigt, dass der Schaden bereits seit langer Zeit vorhanden ist".

    Und folgende Massnahmen vorgeschlagen:
    "Sämtliche Fallrohre der Dachentwässerung sind zu überprüfen und notfalls zu erneuern oder zu reparieren. Das betrifft vorallem das Fallrohr am hofseitigen Treppenhaus.

    Zwei Jahre danach in einem weiteren Gutachten ist noch folgendes zu lesen:
    "Das Fallrohr am hofseitigen Treppenhaus ist zwar erneuert, jedoch sind die zugehörigen Dachrinnen derart verschmutzt und zugewachsen, dass das Regenwasser weiterhin am Gebäude herunterläuft und zu Durchfeuchtungen des Mauerwerks führt".

    Beim Vergleich der heutigen Aufnahme (Jahr 2001) sieht man die gewaltige Zerstörung des Fassadenmauerwerks. Anhand der Angaben aus den Gutachten kann angenommen werden, dass die Gebäude zu Betriebszeiten schlecht unterhalten wurden und solche Schäden zu dieser Zeit vorprogrammiert waren.

    Marco Tribastone,  15.12.2001

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