Bunkeranlage Maybach I Zossen Wünsdorf

Es handelt sich um die Bunkeranlagen des OKH (Oberkomando des Heeres) aus dem 2. Weltkrieg. Vom Baubegin 1936 bis Kriegsende 1945 wurde ein einziger Luftangriff gegen die Anlagen geflogen - ohne Erfolg.

Im Norden des millitärischen Gebiets findet sich der Nachrichtenbunker "Zeppelin" - "kurz darunter" liegt der Bunkerring "Maybach 1". Beide Teile sind unterirdisch miteinander verbunden. Im Süden des Geländes liegt die Anlage "Maybach 2" - sie ist nahezu baugleich zu
"Maybach 1".

Der "Zeppelin" besteht aus 3 Etagen und reicht bis ca. 20m unter die Erde. "Maybach 1 und 2" haben je 12 Bunkerhäuser mit 3 ober- und 3 unterirdischen Etagen. Die Häuser waren durch einen "Ringstollen" verbunden und in den unteren 3 Etagen genauso eingerichtet wie "Oben", so das im Falle eines Angiffs die Arbeiten nahezu ohne Unterbrechung und in "gewohnter" Umgebung fortgesetzt werden konnten.

Nach dem Krieg wurden die "Maybachanlagen" soweit es ging gesprengt. Der "Zeppelin" wurde allerdings von den "Russen" bis 1994 genutzt obwohl auch er hätte vernichtet werden müssen.

Hannes Hensel,  28.04.2014

In Wünsdorf arbeitet ein reges Team um die Bücherstadt Tourismus GmbH an der ständigen Erforschung der Bunkeranlagen. Neue Publikationen, an denen auch die Edition Vimudeap beteiligt ist, sind in Vorbereitung.

Für die bei Stand 01/2006 hier gezeigten Aufnahmen der Bunkeranlagen des Oberkommandos der Wehrmacht (OKH), Maybach I, kann ich allen weiter Interessierten nur wärmstens das Buch von Hans-Albert Hoffman, »Die deutsche Heeresführung im 2. Weltkrieg« empfehlen. Es geht als einziges Buch auf diese Anlagen ein. Auch die Anlagen im Mauerwald (Objekt Quelle, Objekt Fritz) unweit der »Wolfsschanze« im heutigen Polen werden berücksichtigt.

Thomas Kemnitz,  28.04.2014

Die Buecherstadt Tourismus GmbH bietet ganzjaehrig Fuehrungen durch den Bunkerpark Wuensdorf, der verschiedene Epochen deutscher und sowjetischer Militaergeschichte repraesentiert.

Am 28. und 29. Januar 2006 besteht die Moeglichkeit, den Nachrichtenbunker Zeppelin von 11 bis 17 Uhr auf eigene Faust oder gefuehrt zu besichtigen. Also genug Zeit, um in Ruhe zu fotografieren und um alle Raeume des 15.000 Quadratmeter grossen Bunkers zu erkunden - und das fuer nur 10 EUR pro Tag!

Unter dem Titel "Unterirdisches Wochenende" gibt es weitere Informationen unter www.buecherstadt.com

Thomas Kemnitz,  28.04.2014

Der 600 Meter lange Ringstollen verband die 12 Bunkerhäuser (A1-A12) der Bunkeranlage »Maybach I« untereinander. Über den Südstollen war er mit dem Nachrichtenbunker »Zeppelin« (Amt 500) verbunden. Der Stollen ermöglichte den gedeckten Zugang zu den Bunkerhäusern, nahm die Rohrpostleitungen und Nachrichtenkabel auf und diente allgemein der Medienführung. Die Bunkerhäuser mit einer Grundfläche von 36x16 Metern besaßen drei oberirdische und zwei unterirdische Etagen. Teile des Erd- und Obergeschosses bildeten mit den beiden Untergeschossen einen verbunkerten Kern. Aus Tarnungsgründen wurden die Bunkerbauten im Stil von Landhäusern mit Spitzdach errichtet und als Siedlung angeordnet. Alle Häuser waren mit Wohnhausfenstern versehen und die Zugangstüren mit Holz verkleidet. Die Betondächer waren mit Dachpappe beklebt und mit zwei Schornsteinattrappen versehen, die zur Zu- und Abluftführung dienten. Die Anlage »Maybach I« wurden bis Dezember 1939 fertiggestellt und 1948 von sowjetischen Pioniertruppen gesprengt. Heute ist die Bunkeranlage in Besitz der »Bücherstadt-Tourismus GmbH«, die täglich Führungen durch die Anlagen anbietet. [77]

Thomas Kemnitz,  09.07.2014

Nimmt man sich neben der historischen Fotografie die Zeit, Sinn u. Zweck oder Nutzungshintergründe der Stollen zu ergründen, tun sich bei genauer Betrachtung einige weiterte Details auf. Der Sprengzeitraum, ungefähr zwei Jahre nach der Kapitulation zeigt, dass diese Objekte auch im Zusammenhang mit dem Bunker Zeppelin, seitens der obersten Entscheider für Fragen der Stationierung sowj. Streitkräfte in Deutschland, zum Sprengzeitpunkt nicht für eine weitere Nutzuing vorgesehen waren. Die Objekte standen in verschiedenen Listen, in denen, meist von Stalin persönlich abgesegnet wurde, welche Objekte für eine weitere Nutzung unbrauchbar zu machen waren. Es war also zu diesem Zeitpunkt keineswegs klar oder geplant, Deutschland langfristig zu besetzen.

Ansonsten hätte man sich die aufwendigen Vorbereitungen u. die Umsetzung der Sprengungen, aber noch viel mehr den kostenintensiven Nachnutzungsumbau, Jahre später, sparen können. Das traf auch auf verschiedene andere WK II Objekte zu, die man später schlecht als recht im bescheidenen Umfang nachnutzen konnte. Erinnert sei hier an den Bunker KORALLE oder die Sendestelle Herzsprung wo eine Nachnutzung gleich ganz unmöglich wurde. Erst als sich sehr deutlich abzeichnete, wohin der Zug der zukünftigen Konfrontation zwischen den Weltsystemen fahren würde, hat man diese Zerstörungen unterbunden, doch da waren die meisten der hochwertigen Anlagen, bereits gemäß alliierter Vereinbarungen zerstört u. die sowjetische Seite hat sich noch 1948 seitens der Westalliierten bestätigen lassen, dass man mit den geplanten Zerstörungen "voll im Plan liegt".

Dass dieser Plan doch nicht voll umfänglich umgesetzt wurde, mag daran gelegen haben, dass vor allem die militärische Seite eine andere Bewertung vornahm, die sich in der Einsatzplanung der in Deutschland stationierten Gruppe der sowjetischen Besatzungstruppen GSOWG, von 1946 widerspiegelt.

Die Zerstörungen an den Maybachobjekten waren allerdings so gravierend, dass sich hier eine Weiternutzung von selbst erübrigte. Einige Kabelwege wurden weitergenutzt, der Grossteil der früheren DRP Kabel zum Bunker Zeppelin umverlegt und schon vor der Imnbetriebnahme des Hauptbunkers Zeppelin ein "neues" Objekt als NZ in Betrieb genommen.

Trotz der massiven Sprengungen kann man in den Tunneln, die reine Versorgungs-, Bewegungsgänge und der Kabel, Rohr-u. Medienführung dienten, kann man noch heute die Art u. Weise dieser Medienführung an verschiedenen Stellen entdecken. Auch die Art des Schutzes der Decken mit Metallkonstruktionen gegen die Splitterwirkung bei Wirkung von aussen ist in vielen Bereichen nachvollziehbar und gleicht den baulichen Vorgehensweisen in anderen Festungsbauten dieser Tage.

Durch die gute Verdämmung an relevanten Punkten, konnte die sich aufbauende Detonationsdruckwelle nicht entweichen u. hob zum Teil die Deckenkonstruktion nach oben weg, oder drückte die Seitenwände nach aussen. Die Sprengungen hatten ihr Ziel erreicht. HIstorisch/ baulich bleibt das ein interessanter Ort.
PHR 09-2014

Peter Rentsch,  25.09.2014

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